Mach dich glücklich: Joggen im Winter

“Eigentlich bin ich sehr sportlich. Ich komme nur so selten dazu.” Dies hören wir häufig. Und nehmen uns an dieser Stelle selbst nicht aus. Dabei ist allseits bekannt: Sport ist nicht nur gesund, sondern macht auch noch glücklich:

Die vermehrte Ausschüttung von körpereigenen Cannabinoiden, Serotonin und anderen Botenstoffen wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin lösen eine Art Rauschzustand aus. Das eigene Wohlbefinden steigt, Ängstlichkeit und Schmerzen nehmen ab.

Am schönsten ist das sogenannte Runner's High. Ein rauschähnlicher Zustand, in dem du quasi wie von allein läufst. Wenn du ab und an länger joggst, kennst du sicherlich dieses Phänomen. Probleme erscheinen nicht mehr so negativ, sondern lösbar. Dein eigener Optimismus erwacht erneut und entfaltet sich. Neue Ideen regen sich. Dein Körpergefühl intensiviert sich magisch und die Welt erscheint ein wenig heller.

Gerade im Winter, wenn das Wetter auf das Gemüt drückt, kannst du spielend einfach entgegen drücken. Mit ein wenig Bewegung heißen deine Begleiter nicht Winterdepression und Frühjahrsmüdigkeit, sondern du winkst ihnen lediglich aus der Ferne freudig entgegen, während du lächelnd Hand in Hand mit Lebensfreude und positiver Energie läufst.

Doch ist Joggen im Winter gesund?

“Für einen Gesunden sind – richtig gerüstet – Temperaturen bis minus zehn Grad in der Regel kein Problem”, meint Prof. Oliver Rühmann, Chefarzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen. In der kalten Jahreszeit sind ruhige Ausdauersportarten mit gleichmäßiger Belastung ideal, denn hierbei atmest du gleichmäßiger, ruhiger und nicht so tief wie bei intensivem Intervalltraining.

In den drei größten deutschen Städten ist jeweils der Januar der kälteste Monat. Im Mittel sind die Temperaturen in diesem Monat in Berlin 2,4 Grad, in Hamburg 2,7 Grad und in München 1,4 Grad. Die Temperaturen sind also in der Regel kein Hindernis, sondern bieten lediglich nur deinem eigenen Schweinehund Fläche. Ungesünder ist es daher daheim zu bleiben, als im Winter draußen zu sporteln.

Bewegung als Glücks-Infusion?

Einer der populärsten Harvard-Dozenten und Psychologe Tal Ben-Shahar hat eine sehr einleuchtende Theorie dafür, wann du dein Verhalten änderst: wenn das Ziel attraktiv ist und der Weg dahin. Spaß ohne Ziel wird fade, Ziele ohne Spaß auch.

Zudem wurde 2013 in Deutschland eine der größten Interventionsstudien mit über 10.000 Teilnehmern durchgeführt. Innerhalb von vier Wochen absolvierten die Probanden zweimal pro Woche ein 30-minütiges Training. Nicht nur ihre sportliche Leistungsfähigkeit steigerte sich signifikant, sie waren zudem deutlich zufriedener mit ihrem Leben, ihrer Freizeit, ihrer Gesundheit, ihrem Körper, ihrem Aussehen und ihrer Fitness. Wahnsinn! Was für ein Allround-Alltime-Gefühl für einen solch geringen Einsatz von einer Stunde pro Woche!

Wir könnten ewig mit weiteren persönlichen Vorteilen, wie Verminderung von Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes fortfahren und auch volkswirtschaftliche Einsparpotenziale in Milliardenhöhe unterstreichen. Aber dies alles ist längst bekannt. Und doch ist der Schweinhund allgegenwärtig. Überall treibt er sein Unwesen.

Schweinehund-Festival

Je strenger du mit deinem Schweinehund umgehst, desto hartnäckiger haftet er sich an deine Fersen. Besser ist es, ihn zu akzeptieren, ihn streicheln, aber auch mal bellen und knurren zu lassen. Denn er hat eben doch auch recht. Und genau genommen geht es uns allen doch gleich.

Also lasst uns alle unsere Schweinehunde zusammentrommeln und sie mit erdrückender Freude, strahlendem Optimismus und einem Glühwein feiern! Lassen wir unsere Schweinehunde gemeinsam hochleben! Lassen wir sie staunen!

Lasst uns Polar Runner sein!

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